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VIII. Kinder und Partnerschaft


Die Ankunft des ersten Kindes

verändert eine Partnerschaft massiv. Das Paar hat eine neue gemeinsame Freude, Aufgabe, Orientierung, Sorge, Brücke. Alle diese Gegebenheiten erfordern eine gewaltige Umstellung. Die ganze Umgebung des Paares stellt sich zudem neu ein, die Wohnsituation verändert sich. Eine grosse Veränderung ruft nach hoher Flexibilität und Anpassung des Paares. Wie durch diese Zeit gehen, ohne die Partnerschaft oder gar sich selbst dabei zu verlieren, das ist die Frage. Manche Paare finden nicht die Zeit, sich diese Frage zu stellen. Sie stellen erst Jahre später fest, dass sich damals die Beziehung verändert, vielleicht verflacht hat.


Der Mann fühlt sich ausgeschlossen

Das passiert nicht selten, dass sich der Mann nach der Ankunft des ersten Kindes zurückgesetzt fühlt, sei dies zurecht, weil die Frau nun ihre ganze Aufmerksamkeit dem Neugeborenen schenkt, sei es zu Unrecht, weil die Frau zwar viel Energie für das Kleine braucht, aber die Beziehung zum Mann so gut es geht weiterpflegen will. Wenn dem so ist, hilft nur das Gespräch. Der Mann soll jetzt nicht ausgeschlossen sein, obwohl die Dreiersituation die Gefahr in sich birgt, dass sich zwei besonders zusammentun, und das Dritte daneben steht.


Wo sind die sexuellen Bedürfnisse geblieben

Nicht selten hat die Frau weniger sexuelle Bedürfnisse in den Wochen und Monaten nach der Geburt eines Kindes. Das kann den Grund in einer Erschöpfung haben, kann aber auch tiefere Gründe haben, die im Gespräch mit einer Fachperson bearbeitet werden können.


Der Mann wird durch das Stillen seiner Frau verwirrt

Das ist nicht ungewöhnlich. Seine Frau, jetzt Mutter, ist so liebevoll zum Kind, als ob es nur noch diese Symbiose gäbe. Der Mann sieht sich da ausgeschlossen. Dazu mag kommen, dass er so halb bewusst an seine Mutter erinnert wird. Was er damit anfangen soll, weiss er nicht. Kann er das der Frau mitteilen ?


Das Kind kommt dazwischen

Oft kommt das Kind buchstäblich dazwischen. Die Wiege steht neben dem Bett der Mutter, oder das Kind kommt zwischen die Eltern zu liegen. Soweit so gut: aber wann und wie kann die Beziehung der Partner gepflegt werden. Verunsicherungen und Missverständnisse kommen jetzt besonders leicht auf.


Die Partner sind jetzt Eltern

Eine neue Beziehungsebene ist dazugekommen. Vorher waren nur zwei Menschen da, Mann und Frau, eine einzige Beziehung. Jetzt gibt es drei Beziehungen: Mann - Frau, Mutter - Kind, Vater - Kind. Wie ist man eine gute Mutter, wie verhält sich ein guter Vater, das sind neue Themen, und Themen, die die Partnerschaft gewaltig beeinflussen. Man kann nicht mehr nur Partner/Partnerin sein. So viel hätte man zu bereden, und das genau zu der Zeit, wo man wegen der Aufgaben als Eltern viel weniger Zeit hat. Spannungen sind vorprogrammiert.


Kinder verbinden

Die oben angesprochenen Fragen könnten den Eindruck erwecken, Kinder wären nur bedrohliche Eindringlinge. Dem ist natürlich nicht so. Kinder bringen innige Verbundenheits- und Dankbarkeitsgefühle. Dies stimmt vor allem bei Paaren, die unterstützt sind, die sich ein Kind gewünscht haben und die stark und gesund sind. Doch kann ein Kind nicht als Kitt einer bröckelnden Beziehung benutzt werden. Da wüden die Gesetze des Lebens umgedreht.


Wie mit den Ansprüchen, Widersprüchen und Provokationen von Kindern zurecht kommen ?

Erziehung ist eine sehr persönliche Sache. Die Mutter erinnert sich bewusst oder unbewusst an ihre Erfahrungen, der Vater an seine. Vielleicht hat man wenig darüber nachgedacht. Jetzt sieht man plötzlich den Partner in unerwünschte Richtung ziehen. Man sieht die eigenen Anstrengungen in Frage gestellt. Was soll diese "Einmischung" durch den Mann (die Frau ?) Wenn solche Gefühle da sind, ist eine Auseinandersetzung zu Erziehungsfragen angezeigt. Es gibt zahllose Bücher und Zeitschriften, Kurse und Ratschläge von allerlei Leuten, aber letztlich hat das Paar die Verantwortung. Es kann sich im Gespräch finden und auch bei unterschiedlichen Ansichten ergänzen und stützen.
Ein Interview zum Thema finden Sie unter dem folgenden Link: (Im pdf-Format): Eltern sein und Partner bleiben Das Angebot von Eltern- und Familien-Forum kann in vielfacher Hinsicht anregend und hilfreich sein. Hier der Link dazu: Eltern und Familien-Forum.

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