Tipps

IX. Beruf und Partnerschaft


Beruf und Leistung an erster Stelle

"Mein Mann hat kaum mehr Zeit für die Beziehung. Sein Beruf frisst ihn auf." In solchen Worten wird eines der schwierigsten Themen unserer Zeit formuliert. Tatsächlich sind Berufstätige heute oft extrem efordert. Was tun ?

Bei aller Problematik, die hauptsächlich gesellschaftlich bedingt ist, kann man innerhalb eines gewissen Spielraumes Prioritäten setzen. Wer sich klar entscheidet und den Entscheid auch klar formuliert, kann sich mit dem Partner/der Partnerin auseinandersetzen. Es gibt gewiss gewichtige und weitreichende Gründe im Gespräch zu bereinigen. Wichtig scheint mir, sich selbst klar zu werden, was man selbst will: will ich in erster Linie meine Karriere aufbauen und die Partnerschaft kann dann ergänzend dazu kommen, oder hat die Partnerschaft einen höheren Stellenwert im Vergleich mit dem Beruf. Diesen Standpunkt offen mit dem Partner /der Partnerin zu besprechen gehört zur fairen Gestaltung einer Beziehung. Probleme gibt es vor allem dann, wenn ein Mann oder eine Frau vorgibt, die Partnerschaft sei ihm/ihr wichtiger, als es der Fall ist. Dann kann sich die/der andere eines Tages betrogen vorkommen.

Ferner gilt es, Freiräume und die Möglichkeiten mit aller Fantasie auszuloten, Kompromisse zu suchen, Lösungen auf Zeit zu entwerfen - und an die alte Weisheit zu denken, dass niemand im Leben alles haben kann.

Ein Witzchen dazwischen

Was unterscheidet einen englischen, französichen und schweizerischen Rentner ? Der Engländer trinkt Whisky und geht zum Pferderennen. Der Franzose trinkt Rotwein und geht zur Freundin. Und der Schweizer ? Er nimmt seine Herztropfen und geht weiter an die Arbeit.


Arbeit, der grösste Stressor

Die meisten Menschen bezeichnen den Beruf als den grössten Stressor in ihrem Leben. Wege zur Entspannung und des Umgangs mit Stress werden wir alle suchen - und einige setzten die Erkenntnisse dann auch um. Andere fallen jeweils nach einiger Zeit wieder in die alten Muster zurück. In jüngeren Jahren ist man weniger anfällig, merkt den Stress auch weniger und erholt sich rascher. Und doch gehört ein guter Rhythmus zu einer gesunden Lebensgestaltung. Nicht erst auf der Heimfahrt von der Arbeit, aber besser dann als nie, werden ein paar tiefe und entspannende Atemzüge die Arbeitsspannung etwas lockern. Ein kurzer Spaziergang vor der Begegnung mit dem Partner/der Partnerin, eine Stretchübung, ein bewusstes Loslassen oder Zurücklassen der Arbeitsthemen und eine bewusste Neueinstellung werden der bevorstehenden Begegnung zugute kommen. Manchmal kann man sich aber auch mit dem Partner/der Partnerin dahin einigen, dass die ersten zehn Minuten dazu da sein sollen, den Frust des Tages abzulegen.


Zeit für sich selbst

Der Beruf verhilft zu einem Stück Identität. Viele können sich durch ansprechende Berufsaufgaben entfalten und gewinnen zudem Anerkennung und Bestätigung. Das können sehr wichtige Aspekte im Leben sein. Anderseits ist die Gefahr nicht zu leugnen, dass uns einseitige Tätigkeiten auch verkümmern lassen können. Dann geht es darum, dass wir neben dem Beruf und neben der Zeit für den Partner/die Partnerin auch uns selbst eine Chance geben, uns weiter zu entwickeln. Hobbies, Sport, kulturelle Tätigkeiten, Reisen, Kontakte pflegen, Werken, Haushalten, Meditieren, Nichtstun, all dies und vieles mehr sind Seiten, die uns mit uns selbst in Einklang bringen können. Zeit für sich selbst zu nehmen ist unter diesen heutigen Umständen schon ein grosses Kunststück. Wir haben keine andere Wahl, als diese Kunst zu lernen. Der Partner/die Partnerin wird verstehen, weil es ihm/ihr auch zugute kommt.


Rollenaufteilung

Wer immer nach aussen zur Arbeit geht, sie oder er oder beide, es gibt auch Hausarbeit, vielleicht Arbeit mit Kindern. Wie ein Paar die Arbeiten aufteilen will, bleibt dem Paar überlassen. Es gibt zwar viele Gewohnheiten - nicht nur faire - und viele Modelle, die wir bei unsern Eltern haben beobachten können oder die wir bei andern Leuten rund um uns feststellen, aber letztlich sucht jedes Paar seinen eigenen Weg. Diskutieren Sie mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin frühzeitig ihre Vorstellungen. Es kann eine grosse Täuschung sein davon auszugehen, dass die Liebe dann schon den Weg findet. Besser ist es, den Weg selbst zu suchen und fair zu lösen, damit die Liebe eine Chance hat. Es ist auch heute nicht zu spät, über das Thema zu diskutieren, wenn dir Fragen erst heute auftreten oder bewusst werden - etwa weil die Kinder grösser werden oder weil sich ein Partner geändert hat. Wie alles andere in der Partnerschaft kann sich auch die Einstellung zu dieser Frage ändern.

>> Weiter zu Kapitel X. Kultur/Bikulturelle Ehe

E-Learning Kurs:
Internetberatung lernen.

Buch 2015:
Wenn der Liebeskompass spinnt
Hier mehr Infos
_________________________

Gesundheitsförderungspreis des Kantons Aargau

Hier stehen für Sie fünf Tests bereit!

Beziehungstipps