Aktuelle Texte und Textarchiv

Wenn ich vom Partner eine Ueberraschung erwarte, trifft sie ein
Bei der Therapeutin wie Loriot?
Partner erzählen ihre Geschichte des sich Kennenlernens
Frauen und Männer, die sich zutrauen, ein Unternehmen zu gründen
Wenn der Partner Sie verlassen will
Wenn der Liebeskompass spinnt
Verstörung der Paarharmonie
Randnotizen
Paarspiel: Den Ball zuwerfen
Eine Tulpe als Symbol - Fun for two
Sind deine SMS auch meine SMS?
Mit Köpfchen zum Höhepunkt
Der Liebe eine Chance geben
Weihnachtsweg
Nicht nur zum Valentinstag
horoskop: Sternzeichen Mensch
Eifersucht und Liebe
Fabel von Frau Graugans und Herrn Pfau
Stress und Partnerschaft
Konflikt
Paarferien
zu zweit
Bevor es richtig Herbst wird
Wenn die Liebe bricht
Heiratsversprechen
Thema heute: Liebeselixier: Sex oder/und Oxytocin ?
Thema heute: Glücklich verheiratet
Thema heute: Verloren ohne Fernsehen?
Thema heute: Liebe lässt reifen
Kann Liebe trainiert werden
Eifersucht: Ein Menschliches Grundgefühl
Am Ziel: Das neue Liebesparadigma*
Eine nicht ganz alltägliche Lösung
Stabile Beziehung
Ein böses Weib
Ehekrach und Herzleiden
Ostern
Unterstützung und zufriedene Partner
Jede Ehe ist multikulturell
Partnerwahl und Blutgruppe
Tiere und Partnerschaft
Das Handy



Wenn ich vom Partner eine Ueberraschung erwarte, trifft sie ein

Es klingt wie ein Wunder. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Placebo. Hauptsache: es wirkt wirklich. Was eigentlich?
Der Partner/die Partnerin überrascht mich mit einer positiven Geste, und ich kann dies selbst auslösen.
So geht es: Ich glaube fest an das Wort meines Partners, dass er mich liebt - auch wenn ich schon andere Erfahrungen machen musste. Ich gehe jetzt davon aus, dass er/sie mich in den nächsten Tagen mit einer liebevollen Zuwendung oder Geste überrascht.
Die positive Zuwendung mag zu einem unerwarteten Zeitpunkt oder an einem unerwarteten Ort auftreten. Also gehe ich auf die Lauer nach dieser Geste, damit ich sie nicht etwa verpasse oder übersehe.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit kann ich an den folgenden Tagen solch eine Ueberraschung entdecken. Stimmt es? Haben Sie es versucht?



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Loriotherapie

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Wie ich meinen Partner/meine Partnerin kennen gelernt habe - der Reiz des Anfangs im Rückblick

Nicht die Geschichten sind das Besondere, sondern die Art, wie Paare sie erzählen. Sie streichen das Ereignishafte hervor. Sie betonen das Unerhörte. Erst dadurch werden die Geschichten bedeutsam. Mit einer positiven Erinnerung an den gemeinsamen Anfang konstruiert man einen Liebesmythos. Diesen erzählt man sich immer wieder, erzählt ihn seinen Kindern und Enkelkindern. Das verbindet. (In Anlehnung an eine Kolumne von B.Schmid)

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Frauen und Männer, die sich zutrauen, ein Unternehmen zu gründen

Infografik: Weniger Frauen trauen sich zu gründen | Statista

Frauen sind aber wohl meistens die Initianten, das Unternehmen "Familie" zu gründen. Dazu braucht es Fähigkeiten, Mut und Herz.

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Wenn der Partner Sie verlassen will




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Wenn der Liebeskompass spinnt

"Die Frage ist nur, wie das Glück in einer Beziehung zu gewinnen ist.
Viele kämpfen sich nach paradiesisch anmutenden Phasen durch Durststrecken, um danach eine neue, stabilere Zufriedenheit zu erreichen. Andere gehen weg aus einer Beziehung, um anderswo das Glück zu suchen. Es gibt auch Menschen, welche die Suche desillusioniert aufgegeben haben. Sie schleppen sich resigniert durch die Jahre und hoffen, von Zufallshäppchen Erheiterung zu erfahren, wenn schon nicht dauerhaft, so doch immer wieder einmal.
So finden sich drei Hauptwege, wie Beziehungen gestaltet werden: bleiben, durchstarten, scheiden."
Aus dem Buch: Josef Lang, 2015: Wenn der Liebeskompass spinnt. S. 6

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Verstörung der Paarharmonie


Die Geschichte eines Paares hört sich manchmal gerade so an, wie wenn zahllose kaum bemerkbare Obertöne eine Verstörung der Harmonie gebracht hätte. Kleine Bemerkungen, abwertende Gesten oder verächtlicher Tonfall verschieben das Gefühl von Angenommen- und Verstandensein in die Zone von Zweifel, Fragen und Unsicherheit. Die Zweifel werden ab dann genährt. Eine gezielte Beobachtung der wachsenden Mängelliste am Partner verstärkt die Erosion der Beziehung. Wer um solch eine Entwicklung weiss, sie bei sich entdeckt und Gegensteuer gibt, kann den Prozess unterbinden. Ansonsten führt der Zerfall weiter bis die Frage nach Trennung unabwendbar wird. Die Entwicklung läuft nach dem Motto: "Liebe stirbt langsam". Abwägen und Klären wären hier gefragt. Wenn nicht, senkt sich die eine Waagschale. Die Beziehung fällt in das Grau nach Sonnenuntergang. Sie war eigentlich schon lange nicht mehr lebendig, sagt der Kopf, ja sie war von Anfang an ein Fehler. Der Entscheid ist gefallen. Fast könnte man glauben, der ganze Mensch reagiere so wie die Moleküle des Biologen. Im nicht vorhersagbaren Kleinen beginnen Verschiebungen, die schliesslich lawinenartig verstärkt anwachsen, bis die Entscheidung unumstösslich feststeht.
Vorabdruck aus einem Buch des Autors, das im Winter 14/15 erscheinen wird.

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Randnotizen als Liebeslehre

Das Wichtigste erscheint oft am Rand. Liebe lebt oder stirbt im Alltag, nicht am Valentins- oder Hochzeitstag.
Das meint auch die US-Dichterin Natasha Trethewey.
Auf die Frage, aus welchem Buch sie am meisten über die Liebe gelernt hätte, sagt sie:
"Aus den Randnotizen, die Vater und Stiefmutter in einem Buch hinterlassen hatten."

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Paarspiel: Den Ball zuwerfen

forgifs.com

Den Standpunkt des andern einnehmen - geht doch


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Eine Tulpe als Symbol


'Fun for Two' ist der Name einer Tulpe, die ich im Keukenhof in Amsterdam bewundert habe. Warum nicht die Tulpe zum Anlass nehmen, den Spass zu Zweit bewusst zu pflegen.
Das hat nichts mit der viel geschmähten 'Spassgesellschaft' zu tun, aber sehr wohl damit, die Partnerschaft mit freudigen und vergnüglichen Unternehmungen zu nähren.

In der "Blumensprache" steht die Tulpe für Liebe und Zuneigung. Also sei diese Aufnahme allen gewidmet, die sich lieben, und die sich als Zeichen der Zuneigung überraschend mal einen Strauss Tulpen schenken.



Fun for Two

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Sind deine SMS auch meine SMS?


Mails im Geheimen lesen heisst den andern kontrollieren. Kontrolle ist der Gegenspieler zum Vertrauen. Niemand wird blind vertrauen, das wäre naiv. Kontrollieren stört aber das Vertrauen. Das Gespräch ist immer der 1. Schritt, wenn ein begründeter Verdacht aufkommt.
Gibt es Verdachtsmomente, sollte man das Gespräch suchen. Wenn dies nicht möglich ist, sollte sich das Paar prüfen, ob wohl ein anderes Problem vorliegt.
Kontrollieren kann im Einzelfall ein Ausweg sein, wenn ein Partner keinen anderen Weg zum Klären hat finden können.
Noch dies: Die Psychologie unterscheidet Bindungstypen. Menschen können als Folge von Kindheitserfahrungen eine sichere, unsichere, vermeidende, ambivalente oder desorientierte Bindung zu Menschen aufbauen. Die Prägung in jungen Jahren wird in der Partnerschaft zum Zuge kommen, und dies um so mehr, als in vorangegangenen Freundschaften unfaire Spiele zu erleiden waren.
Sollte ein unerfreuliches Mail auftauchen, dann ist die Frage, wie man eine SMS oder eine Mail deuten und gewichten soll. Es gilt zu beachten, dass solche Texte im virtuellen Raum stattfinden. Da gelten die Gesetze der Enthemmung und der gegenseitigen Aufladung und Steigerung. Wendungen in solchem Kontext sollten nicht mit der Waage gewogen werden, wie Worte in realen Begegnungen.
Wichtig ist, dass Partner Gefühle klären können: vielleicht haben sie ja recht mit ihrem Verdacht, vielleicht täuschen sie sich. Mit dem Zweifel weiterleben und ihn verstecken, schadet der Beziehung und der eigenen Person.
Hat jemand die Sicherheit, betrogen worden zu sein, dann muss das nicht das Ende der Beziehung bedeuten. Manche Paare haben gerade durch solche Krisen - und es sind Krisen, die schütteln, tiefsten Schmerz auslösen und das bisherige Bild von Beziehung und des Partners zerstören - einen echten und tragfähigen Boden für die Beziehung gefunden, manche lernen gerade dann, miteinander wirklich zu kommunizieren. Sie konnten realisieren, dass eine Partnerschaft nicht konserviert werden kann, sondern dass sie durch Hochs und Tiefs entwickelt.
Siehe dazu den vollständigen Artikel unter: Sind deine SMS auch meine SMS?

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Mit Köpfchen zum Höhepunkt


Kommen Frauen häufiger zum Orgasmus, wenn ihr Partner wohlhabend ist? Ein britischer und ein niederländischer Forscher haben dies letztes Jahr behauptet, nachdem sie eine Befragung von 1534 Chinesinnen ausgewertet hatten. Dazu wurde die Erklärung gegeben, dass eine Frau mit dem Orgasmus anzeige, dass sie einen guten Partner gefunden habe.
Zwei Forscher aus München haben in der Studie einen Fehler gefunden. Das richtige Resultat aus der Studie lautet jetzt anders, nämlich:
Wichtig ist nicht ein möglichst dickes Portemonnaie des Mannes, sondern Bildungsstand, Gesundheit und Alter der Frau.
Soweit die Studie. Ich meine dazu: Zweifel sind erlaubt, wie bei allen Studien, die auf Befragungen zum Thema Sex beruhen.

Notiz stützt sich auf eine Meldung der NZZ vom 19.4.2010 S. 37

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Der Liebe eine Chance geben


+ Zeit für Entspannung,Erholung und Vergnügliches einplanen.
+ Lassen Sie sich nicht vom Ausbildungs-, Arbeits- und
Freizeitstress auffressen.
+ Gespräche halten lebendig. Bei Konflikten hilft
Hinhören ebenso wie klares Aussprechen.
+ Wünsche ausdrücken statt Vorwürfe machen.
+ Spirituelles in die Beziehung einbeziehen.
Liebe ist auch ein Geschenk.
+ Zärtlichkeit und Sex erhalten jung.
+ Überraschende Erlebnisse suchen, aber auch
Gewohnheiten aufbauen.
+ Andersartigkeit wird zum Problem, wenn sie zum
Problem gemacht wird. Sich so sein lassen, wie man ist.

Josef Lang, im Migros-Magazin 45/2009, S. 99

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Weihnachtsweg


suchen
nach dem stern
am sternchenhimmel

horchen
auf den engel
zwischen all den engelchen

warten
auf den schrei des neugeborenen
in der litanei der alten lieder

Verena Lang

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Nicht nur zum Valentinstag

ti amo

in den schnee geschrieben
ti amo
ein paar tage später
fragst du
war's hier
war's dort
das nächste mal
sag ich
schreib ich in fels

Verena Lang

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horoskop

sternzeichen mensch


wenn du gefragt wirst
nach dem sternbild
aus dem du geboren
und das dir die
zukunft verheisst

sag doch
ich bin ein mensch

was kommt
les ich
aus den träumen

mein engel
ist die vernunft
er sagt

suche den frieden
ohne die waffen

lern wieder tanzen
vergiss das marschiern
versöhnung gibt es
nur ohne rache

und dies noch
das sternbild mensch
wird sichtbar
durch die liebe
gesät ins unbekannte
und dunkle

Verena Lang

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Eifersucht und/oder Liebe


Männer und Frauen vergleichen ihre Lebenschancen mit jenen anderer Menschen. Einfacher wäre wohl, sie würden dies nicht tun, aber sie tun es, selbst wenn sie selbst darunter leiden. Sie können es nicht lassen und nicht ändern.
Es gibt ein Spannungsfeld im Zusammenleben, wenn eine begehrlich-argwöhnische Aufmerksamkeit auf die Unterschiede von Menschen achtet. So entsteht ein "Eifersuchtsfluidum, das durch prüfende Blicke, humoristische Kommentare, herabsetzende Nachreden und ritualisierte Konkurrenzspiele in Zirkulation und Fluss gehalten wird". Dies passiert im Blick auf erotische Lebensumstände. Aber nicht nur. Im Grund möchte jede und jeder in "Liebe" (in verlangender Liebe) ein Stück von der Beute.
Solche "Liebe" erstreckt sich auf Geschlechtspartner, Haus- und Grundbesitz, Tiere und Kapital, geistige und körperliche Vorzüge in ähnlicher Weise. "Aus dieser ersten rohen Kunst des Liebens entsteht die Neidkultur, die sich mit dem Ehrentitel Kritik zu schmücken pflegt"
Durch Verbote und Tabus (wie beispielsweise das 10. Gebot im 30. Kapitel des Buches Exodus, wo es heisst: "Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen...") versuchen Kulturen die Menschen zu schützen.
Oder man wird auf höhere Güter hingewiesen, die sich im Verzicht auf Eifersucht gewinnen lassen. So wird ein Liebespartner daran denken, dass er mit Eifersucht seine Liebe zerstören kann, dass er aber bei einer vernünftigen Kontrolle seiner Eifersuchtsgefühle die Liebesbeziehung erhalten kann.
Ein dritter Weg, mit der aufsteigenden Eifersucht umzugehen, besteht darin, sich nicht auf sie zu fixieren, sich aus Begehrlichkeiten zu lösen (Diesen Weg empfiehlt der Buddhismus seinen Anhängern).
Wieder anderes rät der Philosoph, wenn er empfiehlt, Grosszügigkeit als Gegengift zu Neid und Eifersucht zu entwickeln. (So F. Nietzsche)

Der Psychologe kann all diesen Anleitungen nur zustimmen. Vielleicht wird er ergänzen: Es gilt zunächst, die Eifersucht als ein Gefühl - wie jedes andere auch - bei sich selbst wahrzunehmen, es nicht zu verdrängen und nicht zu verteufeln, bei sich nicht und beim Partner nicht.
Es gilt dann aber auch, dieses unangenehme Gefühl zu ertragen, es zu mässigen und nicht in voller Wucht auszuleben.
Durch diese Übung, die mit Gedanken, wie sie oben im Text empfohlen werden, gestützt wird, kann sich die Intensität der Eifersucht verändern und in ein erträgliches Mass gewandelt werden.
Aus psychologischer Sicht ist zudem zu sagen, dass ein gesundes Selbstvertrauen ein vortrefflicher Schutz gegen unmässige Eifersucht darstellt. Wer sich selbst positiv erlebt, wird sich und seine Zukunft nicht gänzlich von andern Menschen abhängig machen. Er/sie weiss um die eigene Lebenskraft. Er/sie entfaltet die eigenen Pläne und verliert nicht allen Boden unter den Füssen, wenn ein/e PartnerIn ihn/sie verlassen sollte.
Manche quält die Eifersucht übermässig stark, auch dann, wenn ein Partner keinen besonderen Anlass dazu gibt. In solchen Fällen können Erfahrungen aus frühen und früheren Lebensjahren im Untergrund zu solcher Reaktion beitragen. Gegen alle rationalen Argumente stehen dann Gefühle, die nicht mehr zum Schutz der Liebe und der Beziehung als warnende Stimmen zu verstehen sind, die vielmehr als zerstörerische Bewegungen ein Eigenleben entfalten. Liegen solche Umstände vor, kann eine Psychotherapie aus dem Gefühlsgefängnis herausführen.
(Wörtliche Zitate aus P. Sloterdijk: Sphären III, 2004, S. 405-411).

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Fabel von Frau Graugans und Herrn Pfau


Frau Graugans und Herr Pfau treten vor den Standesbeamten. Sie wollen heiraten. Als der Beamte seine pflichtgemässe Neutralität vergisst und dem ungleichen Paar verwundert die Frage stellt, ob dies denn alles seine Richtigkeit habe, gibt Herr Pfau zur Antwort: "Meine Frau und ich, wir lieben mich wahnsinnig."
Aus: Heinz-Peter Röhr: Narzissmus. Das innere Gefängnis. S. 65

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Stress


Moderne Ehen und Beziehungen zerbrechen oft übermässig schnell. Ist Stress schuld daran?
Stress ist einer der schädlichsten Faktoren für eine Beziehung. Er wirkt sich schlimmer aus, als wenn zwei Menschen vermeintlich nicht zusammenpassen. Interessanterweise geben aber viele Ex-Partner andere Ursachen für das Scheitern ihrer Beziehung an - unterschiedliche Entwicklung der beiden etwa oder die Kommunikationsunfähigkeit des einen, meist des Mannes.

Wir haben es mit Stress im Beruf, mit den Kindern und oft mit der geliebten Person selber zu tun. Was schadet der Liebe am meisten?
Beruf und Kinder sind ja nicht alles. Sogar in der Freizeit erlegen sich viele Paare Stress auf! Einzelne Belastungen können viele Paare gut meistern, während die Summe gleichzeitig auftretender Probleme sie überfordert. Besonders tückisch aber sind kleine, täglich wiederkeh- rende Stresssituationen. Sie werden erst als Gefahr erkannt, wenn sie schon Schaden angerichtet haben.

Warum ist Stress schlecht für die Beziehung?
Weil er zu Gereiztheit und unnötigen Querelen führt. Zu einer Partnerschaft gehören Konflikte, aber Stress verschärft. sie unnötig. Und die Konfliktfähigkeit nimmt ab, wenn man erschöpft ist. Kommt dazu: Oft werden Zeit- und Leistungsdruck nicht als Bedrohung wahrgenommen, sie gehören fast schon zum guten Ton. Aber das schlimme ist: Es bleibt keine Zeit mehr zum Reden.

Was ist zu tun?
Hilfreich sind fix eingeplante gemeinsame Aktivitäten -Ausgang, Wellness-Weekends, andere freie Zeit. Einige Paare sind durchaus in der Lage, Stress so zu verarbeiten. Hilft das nicht, braucht es professionelle Hilfe, zum Beispiel eine Paarberatung oder ein Seminar.

Sollte nicht jedes Paar gleich zu Beginn der Beziehung einen Anti- Stress-Kurs absolvieren?
Das halte ich nicht für sinnvoll. In der Verliebtheit glaubt man sowieso nicht, dass irgendetwas die Liebe bedrohen kann. Ratsam ist es, etwas zu unternehmen, wenn die ersten Zeichen von Üeberforderung da sind. Frauen sind übrigens Meister im Erkennen solcher Hinweise. Männer sollten ruhig auf sie hören.
Interview mit Josef Lang durch Yvette Hettinger, Migros-Magazin 16, 19.4.2005

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Konflikt


Zwei Kriegsschiffe wurden für ein mehrtägiges Manöver auf hohe See abkommandiert. Schlechtes Wetter, Nebel und einbrechende Dunkelheit machten die Aufgabe nicht eben leicht. Da entdeckte der wachhaltende Soldat auf der Brücke plötzlich ein Licht - genau in der Fahrtrichtung des Kriegsschiffes. Er meldet die Beobachtung dem Schiffskommandanten. "Bewegt sich das Licht oder bleibt es fix", war seine erste Frage. "Es bleibt fix am Ort", antwortet der Beobachter. "Dann sind wir auf Kollisionskurs", bemerkt der Kommandant und befiehlt einen Funkspruch ans unbekannte Schiff: "Es besteht Kollisionsgefahr, drehen Sie Ihren Kurs um 20 Grad". Daraufhin kommt der Funkspruch zurück: "Drehen Sie um 20 Grad". Der Kommandant wird ungeduldig und lässt funken: "Ich bin der Kommandant des Schiffes, ändern Sie die Richtung um 20 Grad". Daraufhin kommt die Meldung zurück: "Ich bin Schiffsmann zweiter Klasse, ändern Sie Ihre Richtung." Der Kommandant wird wütend und lässt melden: "Ich bin ein Kriegsschiff, ändern Sie Ihren Kurs." Daraufhin kommt der Funk zurück: "Ich bin der Leuchtturm".

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Paarferien


Zu den guten Ratschlägen, die von Fachleuten den Paaren gegeben werden, zählt auch jener, füreinander und miteinander Zeit zu haben. Am besten ist es, wenn es jeden Tag einige Minuten für ein paar Worte, jede Woche ein/zwei Stunden für ein Zusammensein oder ein längeres Gespräch, jeden Monat einen Abend für den Ausgang zu zweit und jedes Quartal ein Weekend für das Paar gibt. Nicht alle Paare können sich dies so einrichten, auch gibt es Phasen in der Beziehung, wo dies nicht leicht möglich ist. Ohne gemeinsamen Zeiten wird die Beziehung austrocknen, so kann man vermuten. Es genügt auch nicht, gemeinsame Bettzeiten zu haben.
Es scheint, dass diese Informationen bis zu den Reiseanbietern vorgedrungen sind. Ab 2005 gibt es im deutschen Raum neue Angebote speziell für Paare ohne Kinder. Paare sollen Zeit haben, ungestört von Kindern - die sie während diesen Wochen andern anvertrauen - die Gemeinsamkeit zu geniessen. Gemäss Angebot soll es eine Zeit neuer Leidenschaft werden, ein Mittel gegen die Midlif-Crisis. Langschläferfrühstück im Bett und Dinner bei Kerzenlicht können manches Paar ergötzen. Und doch: Der Zeitungsbericht zum neuen Angebot endet mit dem ebenso bedenkenswerten Satz: "Kein Zweifel: Nach diesem Urlaub ist die Ehe entweder gerettet - oder ganz am Ende."

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Wenn die Liebe bricht

Wo eine Partnerin wegbricht, erleidet der Verlassene ein unbeschreibliches Gefühlschaos von Nicht-glauben-können, Trauer, Wut, Verzweiflung. Nicht selten geht diesen Gefühlen ein erfolgloser Kampf um die Partnerin voran. Nächtelange Diskussionen - eine wilde Mischung von Beschwörung und Anschuldigung, von Hass und Liebe - erweisen sich als vergebliche Versuche, die Gehwillige umzustimmen. Freundinnen und Freunde raten: "Vergiss sie, sie ist es nicht wert. Das Leben geht weiter". Solch gut gemeinte Ratschläge zielen daneben. Der Verlassene fühlt sich wertlos, leer, in Sinnlosigkeit geworfen, verraten, zutiefst verletzt, traurig oder wütend. Manchmal kommen all diese Gefühle zusammen, durucheinander, hintereinander. Es gibt niemanden mehr, der jetzt helfen kann.

Wissenschaftler aus New York stellen bei der Erforschung von Hirnaktivitäten fest, dass der Trennungsprozess zwei Phasen kennt: Zuerst kommt die Zeit der Proteste - später eine Phase der Verzweiflung.
In der Protestphase versucht der Verlassene, die Geliebte zurückzugewinnen. Dramatische Szenen und wilde Stürmereien gehören dazu. Die Forscher führen dies auf Hormonausschüttungen zurück (Dopamin), die im Moment des Verlassenwerdens ansteigen. Damit nimmt das Begehren nach der verlorenen Liebe zu. Welch eine Ironie der Natur! Ebenso stark ist gleichzeitig die Angst, die durch das Verlassenwerden ausgelöst wird. Liebe und Hass liegen nahe beieinander. Trennungswut steigt auf. Hass und Wut mobilisieren alle Energien und werden zum Gesundheitsrisiko.
In der zweiten Phase gibt der Verschmähte auf, Resignation und Verzweiflung steigen auf. Trauer und Leeregefühle lassen alle Lebenskräfte schwinden. Manche ergreifen die Flucht in die Arbeit, in Drogen, knapp die Hälfte (die Forscher sprechen von 40%) fällt in eine Depression. Die Betroffenen haben mit Lethargie und Mutlosigkeit zu kämpfen.
Wissenschafter konnten zeigen, dass all diese schmerzlichen Phänomene normal und unabwendbar sind, wenn ein geliebter Mensch weggeht. Es soll erlaubt sein, Wut, Trauer und Hass, aber auch Resignation und Verzweiflung zu durchleben. Betroffene müssen damit rechnen - und es ist im Sinne der menschlichen Natur richtig - auch solch schwierige Gefühle zu durchleben, obwohl sie jedermann am liebsten zur Hölle wünschen würde. Meist stellt sich nach einiger Zeit - die unterschiedlich lange dauern kann - eine weitere Erfahrung ein: am Horizont taucht wieder ein Schimmer von Licht auf, wie das Licht am andern Ende des Tunnels. Der Lichtstreifen lässt ahnen, dass es eine Zeit nach all der Trauer und ohne den bodenlosen Schmerz geben kann.

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Heiratsversprechen

Was kann man aber beim Heiraten und in einer Ehe versprechen, was man halten kann, auch wenn es nicht ganz leicht ist? Man kann sich beispielsweise versprechen, zum Frühstück - besonders auch am Wochenende und im Urlaub, wenn also kein Publikumsverkehr herrscht, oder man zum Publikumsverkehr muss -, gewaschen zu erscheinen, frisch und sorgfältig gekleidet.

Man kann sich versprechen, sich genau zu überlegen, was man dem andern sagt, besonders dann, wenn man sich über ihn geärgert hat und man zornig auf ihn ist. Man kann sich versprechen, sich lieber selbst auf die Zunge oder in andere Körperteile zu beissen, als sich mit diesen bekannten, widerwärtigen, geschmacklosen, hässlichen Worten zu traktieren, von denen man so genau weiss, wie sie den anderen verletzen.

Man kann versprechen, sich immer um die Interessen des anderen zu kümmern, egal, ob es sich dabei um Fussball, Hip Hop, das Fernsehquiz, die deutsche Volksmusik, Kunstgeschichte, Grunch, Käfer- odr Biefmarkensammlungen oder fernöstliche Philosophie handelt. Man sollte sich auch die wichtige Diskretion des Schweigens und die Freiheit des Andersseins versprechen.

Aber: Statt sich diese zugegebenermassen schweren, aber bei genauer Betrachtung erfüllbaren Versprechungen zu machen, verspricht man sich oft lieber etwas so Nebensächliches wie das Glück und wird dabei untröstlich unglücklich."

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Liebeselixier: Sex oder/und Oxytocin ?

Der Neuropsychologe Jaak Panksepp vergleicht denn auch die Liebe mit einer Sucht: Im einen Fall entsteht eine Bindung an die Droge, im anderen an eine Person. Die Verwandtschaft zeigt sich besonders deutlich im Moment der Trennung - dem Entzug von der Droge oder dem Abschied von dem oder der Geliebten. Gefühle von Einsamkeit und Leere, Appetitverlust, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit sind in beiden Fällen die Folge.

Gegen die angenehme Wirkung einer Droge stumpft der Süchtige gewöhnlich ab, und auch die Reize eines geliebten Menschen können mitunter ihre Wirkung einbüssen. Trotzdem begegnen wir oft Paaren, deren Augen noch nach Jahrzehnten des Zusammenseins strahlen, wenn sie den anderen erblicken. Es muss also einen Mechanismus geben, der der Abstumpfung in der Liebe entgegenwirkt und Menschen davor bewahren kann, unter ihrem Partner wie unter einerDroge zu leiden.
Auch daran scheint Oxytocin beteiligt zu sein. Tierversuche deuten daraufhin, dass dieses Hormon die Gewöhnung an gute Gefühle zumindest abschwächenkann. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, dann hiesse die zauberformel für eine über lange Zeit lebendige Liebe: Sex. Schliesslich wird Oxytocin während des Höhepunkts bei Mann und Frau ausgeschüttet; möglicherweise wirkt es wie ein Jugendelixier für die Partnerschaft, das die Leidenschaft am Kochen hält.

Aus: Stefan Klein (2002). Die Glücks-formel oder Wie die guten Gefühle entstehen. rowohlt. S. 165.

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Thema heute: Glücklich verheiratet?

Macht Heiraten glücklich, oder heiraten glückliche Menschen ? Partner sind jedenfalls sicher, dass sie in der Ehe glücklich werden. Und es ist auch sicher, dass glückliche Menschen leichter einen Ehepartner finden, sie sind attraktiver.
Die Scheidungsziffern vermögen den Glauben an das Eheglück nicht zu erschüttern. Und tatsächlich: Untersuchungen belegen es: Je mehr sich die Partner der Hochzeit nähern, desto glücklicher werden sie. Die Zeit vor und nach der Hochzeit wird als glückliche Zeit erlebt. Allerdings sinkt das Glücksgefühl bald wieder, und zwar deutlich. Bald einmal sind Verheiratete nur noch ein bisschen zufriedener, als wenn sie nicht geheiratet hätten; So berichten jedenfalls vor allem die Frauen. Die Männer bezeichnen sich länger als zufrieden und glücklich.
Tatsache ist auch, dass Verheiratete etwa drei Jahre länger leben als Unverheiratete.
Die Autoren der Studie fassen zusammen: "Heirat sollte nicht als sicheres Mittel dafür angesehen werden, glücklich zu werden. Wer vorher unglücklich war, wird in aller Regel durch eine Heirat nicht glücklicher. Glück in der Ehe muss immer wieder durch gegenseitige Achtung und Verständnis erworben werden."
(Studie von Prof.B.S.Frey; zit. nach NZZ am Sonntag, 30.11.2003 S. 22)

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Verloren ohne Fernsehen ?

Ein Ehepaar sitzt vor dem Fernsehgerät. Obwohl die Bildröhre ausgefallen ist und die Mattscheibe dunkel bleibt, starrt das Ehepaar zur gewohnten Stunde in die gewohnte Richtung.

SIE: Wieso geht der Fernseher denn grade heute kaputt?
ER: Die bauen die Geräte absichtlich so, dass sie schnell kaputtgehen...
(Pause)
SIE: Ich muss nicht unbedingt fernsehen...
ER: Ich auch nicht... nicht nur, weil heute der Apparat kaputt ist...ich meine sowieso...ich sehe sowieso nicht gern Fernsehen...
SIE: Es ist ja auch wirklich nichts im Fernsehen, was man gern sehen möchte...
(Pause)
...Es sieht aber so aus, als ob du hinguckst...
ER: Ich ?
SIE: Ja...
ER: Nein... ich sehe nur ganz allgemein in diese Richtugn...aber du guckst hin... Du guckst da immer hin!
SIE: Ich? Ich gucke da hin? Wie kommst du denn darauf?
ER: Es sieht so aus...
SIE: Das kann gar nicht so aussehen... ich gucke nämlich vorbei...ich gucke absichtlich vorbei... und wenn du ein kleines bisschen mehr auf mich achten würdest, hättest du bemerken können, dass ich absichtlich vorbeigucke, aber du interessierst dich ja überhaupt nicht für mich...
ER:(fällt ihr ins Wort) jaaa...jaaa...jaaa...
SIE: Wir können doch einfach mal ganz woandershin gucken...
ER: Woanders?...Wohin denn?
SIE: Zur Seite...oder nach hinten...
ER: Nach hinten? Ich soll nach hinten sehen?...Nur weil der Fernseher kaputt ist, soll ich nach hinten sehen?
(Pause)
SIE: Was wäre denn heute für ein Programm gewesen?
ER: Eine Unterhaltungssendung...
SIE: Ach...
ER: Es ist schon eine Un-ver-schämtheit, was einem so Abend für Abend im Fernsehen geboten wird! Ich weiss gar nicht, warum man sich das überhaupt noch ansieht!...Lesen könnte man stattdessen, Kartenspielen oder ins Kino gehen...oder ins Theater... stattdessen sitzt man da und glotzt auf dieses blöde Fernsehprogramm!
SIE: Heute ist der Apparat ja nun kaputt...
ER: Gott sei Dank!
SIE: Ja...
ER: Da kann man sich wenigstens mal unterhalten...
SIE: Oder früh ins Bett gehen...
ER: Ich gehe nach den Spätnachrichten der Tagesschau ins Bett...
SIE: Aber der Fernseher ist doch kaputt!
ER: (energisch) Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!

aus: Loriot. Das Frühstücksei. Diogenes 2003

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Liebe fördert die Persönlichkeitsentwicklung

Liebesbeziehungen fördern die Persönlichkeitsentwicklung. Das hat der Berliner Forscher Franz J. Neyer in Langzeitstudien herausgefunden; Von 1995 bis 1999 begleitete er knapp 500 junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, um den Zusammenhang von Persönlichkeit und Partnersthaft zu untersuchen.

Bereits in der ersten Untersuchung erschienen die Singles laut Fragebogen auffallend neurotisch und schüchtern. Diejenigen, die in einer Partnerschaft lebten, waren - verglichen mit den Singles -extraver- tierter, gewissenhafter und setbstbewusster. Zu diesem Zeitpunkt musste allerdings noch offen bleiben, was Ursache war und was Wirkung: Hatte bei den Liierten die grössere menschliche Reife zum Eingehen einer dauerhaften Liebesbeziehung geführt ? Oder wirkte sich die Partnerschaft positiv auf ihre Persönlichkeit aus ?
Die Untersuchung vier jahre später brachte es ans Licht: Die Beziehung fördert persönliche Reife, nicht umgekehrt.
Denn inzwischen lebten 63 der Ehemaligen Singles in einer festen Partnerschaft, und diese neu Verliebten hatten sich zuvor in ihrer Persönlichkeit nicht von den standhaften Singles unterschieden. Nun jedoch entwickelte sich bei den inzwischenn Liierten das für Liebespartner typische Persönlichkeitsprofil:
Extraversion, Selbstwert und Gewissenhaftigkeit nahmen zu, Schüchternheit und Neurotizismus nahmen ab. Die Auflösung der Partnerschaft hatte hingegen keinen Effekt auf die Persönlichkeit. Ob nach vier Jahren immer noch glücklich vereint oder bereits vom Partner getrennt - das Persönlichkeitsprofil ändert sich dadurch nicht.
Liebe kann vergehen, der durch eine Partnerschaft erzielte Persönlichkeitsgewinn aber bleibt erhalten.

Nina Müller in: Psychologie heute, compact, Heft 7 2002 S. 25

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Kann Liebe trainiert werden

Ein Zauberkünstler führte am Hofe des Sultans seine Kunst vor und begeisterte seine Zuschauer. Der Sultan selber war ausser sich vor Bewunderung: "Gott, stehe mir bei, welch ein Wunder, welch ein Genie!" Sein Wesir gab zu bedenken: "Hoheit, kein Meister fällt von Himmel. Die Kunst des Zauberers ist die Folge seines Fleisses und seiner Übungen." Der Sultan runzelte die Stirn. Der Widerspruch seines Wesirs hatte ihm die Freude an den Zauberkunststücken verdorben. "Du undankbarer Mensch! Wie kannst du behaupten, dass solche Fertigkeiten durch Übung kommen? Es ist wie ich sage: Entweder man hat das Talent oder man hat es nicht. "
Abschätzend blickte er seinen Wesir an und rief: "Du hast es jedenfalls nicht, ab mit dir in den Kerker. Dort kannst du über meine Worte nachdenken. Damit du nicht so einsam bist und du deinesgleichen um dich hast, bekommst du ein Kalb als Kerkergenossen."
Vom ersten Tag seiner Kerkerzeit an übte der Wesir, das Kalb hochzuheben, und trug es jeden Tag über die Treppen seines Kerkerturmes. Die Monate vergingen. Aus dem Kalb wurde ein mächtiger Stier und mit jedem Tag der Übung wuchsen die Kräfte des Wesirs. Eines Tages erinnerte sich der Sultan an seinen Gefangenen. Er liess ihn zu sich holen. Bei seinem Anblick aber überwältigte ihn das Staunen: "Gott, stehe mir bei, welch ein Wunder, welch ein Genie!" Der Wesir, der mit ausgestreckten Armen den Stier trug, antwortete mit den gleichen Worten wie damals: "Hoheit, kein Meister fällt vom Himmel. Dieses Tier hattest du mir in deiner Gnade mitgegeben. Meine Kraft ist die Folge meines Fleisses und meiner Übung. "

Könnte es sein, dass auch die Liebe nicht nur die Frage des "richtigen" Typs ist, wie dies einige Ehebücher behaupten. Könnte es sein, dass auch die Liebe - nachdem sie wie ein wunderbares Geschenk den Partnern zufällt - mit Willen und Fleiss erarbeitet sein will ? Das wäre weniger romantisch, aber liegt wohl näher bei der Wahrheit von uns Menschen.
Was denken Sie zu dieser Geschichte, die N.Peseschkian publiziert ? (N.Peseschkian:"Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast." Seite 45.)

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Eifersucht: Ein Menschliches Grundgefühl

"Ein Menschliches Grundgefühl"
Eifersucht ist jedem Menschen eigen, kann aber durch Hebung des Selbstwertgefühls gemindert werden,
meint Fachpsychologe Josef Lang.


FACTS: Wie oft suchen Paare wegen Eifersucht bei Ihnen Hilfe?
JOSEF LANG: Es kommt sehr selten vor, dass Eifersucht als eigentlicher Anlass angegeben wird. Man verdrängt dieses Gefühl häufig, also kommt das Thema oft erst während der Gespräche auf den Tisch.

FACTS: Ist Eifersucht ein Tabu?
LANG: Ja, das könnte man sagen. Wir stehen nicht gern zu dem Gefühl. Wer eifersüchtig ist, gilt heute schnell als kleinlich.

FACTS: Wie viel Elfersucht ist denn "normal"?
LANG: Das ist von Paar zu Paar verschieden. In einer Beziehung muss man seine eigenen Regeln und Grenzen festsetzen - das ist natürlich eine sehr individuelle Angelegenheit. Es gibt Leute, die sind schon eifersüchtig, wenn der Partner jemand anderen anschaut, und andere haben nicht das geringste Problem, getrennt in den Ausgang zugehen. Ich denke, ein bisschen Eifersucht ist üblich und auch nicht unbedingt ungesund und darf auch spürbar werden.

FACTS: Gibt es Paare die sich beklagen, weil gar keine Eifersucht im Spiel ist?
LANG: Möglich ist das schon, aber man spricht es nicht direkt aus. Viel eher heisst es, die Beziehung sei langweilig geworden oder man schenke einander zu wenig Beachtung.

FACTS: Wer ist eifersüchtiger, Männer oder Frauen?
LANG: Das ist ziemlich ausgeglichen. Man muss aber in Betracht ziehen, dass die Eifersucht kulturspezifisch ist. Wenn beispielsweise ein Sizilianer mit einer Schweizerin zusammen ist, wird er wahrscheinlich der Eifersüchtigere sein.

FACTS: Schweizer Männer sind also nicht eifersüchtig?
LANG: In einem sehr patriarchalischen System - in der Schweiz ist es nicht mehr so stark ausgeprägt wie etwa in südlicheren Ländern - gilt die Frau oftmals als eine Art Besitz des Mannes. Bei uns ist das weniger der Fall, also wird die Eifersucht auch weniger ausgelebt.

FACTS: Eifersüchtige Männer werden oft handgreif1ich - wie reagieren eifersüchtige Frauen?
LANG: Es gibt schon Frauen, die ihre Männer aus Eifersucht schlagen, aber das ist selten. Bei der Eifersucht erkennt man ganz klar geschlechtsunterschiedliche Ausdrucksformen. Männer neigen zu verbaler oder physischer Gewalt, Frauen kontrollieren: Sie schauen im Handschuhfach nach oder blättern in der Agenda. Wobei es auch Männer gibt, die das tun - ein schlechtes Gewissen haben dabei beide Geschlechter.

FACTS: Wann spricht man von krankhafter Eifersucht?
LANG: Wenn sie zu einer Sucht wird. Die eifersüchtige Person verliert die Kontrolle über sich und ihr Tun und leidet selbst sehr stark darunter. Krankhafte Eifersucht ist sehr schwierig zu therapieren, da oft frühkindliche Beziehungsstörungen der Auslöser sind. Ein Kind, das zu wenig Liebe erfahren hat, kann später zu starker Eifersucht neigen.

FACTS: Und wie therapiert man "normale" Eifersucht?
LANG: Man arbeitet am Selbstwertgefühl der betroffenen Person und versucht, die Abhängigkeit vom Partner zureduzieren. Eifersüchtige müssen den Boden unter den eigenen Füssen stärker spüren. Paare sollten über Gefühle sprechen und klare Spielregeln definieren - schon das kann viel nützen.

FACTS: Sind verheiratete Paare weniger eifersüchtig, weil sie sich ihrer Liebe sicherer sind?
LANG: Man könnte es annehmen, aber auch Ehepaare bleiben nicht davon verschont. Die Eifersucht ist ein menschliches Grundgefühl.
Interview: Nina Merli in FACTS Nr. 15 vom 11. April 2002 S. 66

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Am Ziel: Das neue Liebesparadigma*

"In den wunderbaren Zeiten, in denen ich dich liebe und weiss, dass ich von dir geliebt werde,...

- achte ich darauf, diese Liebe zu schützen.

- bist du einzigartig für mich, denn unsere Liebe wächst aus einer vertieften Wahrnehmung und nicht aus dem Gut-sein-Müssen.

- weiss ich um deine Fehler und kann mit ihnen leben. Sie stehen kaum noch im Vordergrund.

- dabei hilft mir die Erkenntnis, wie verletzt das Kind in dir ist und auf welche oft seltsame Weise es sich schützen muss. Ich behandle es sorgsam, so wie du meines achtsam behandelst. Unter dem Schutzwall der Abwehr finde ich nicht selten Tiefe und Intensität.

- bejahe ich unsere Grenzen und Unterschiede und erwarte kein wortloses Verstehen. Ich kann ja nachfragen und, wenn es schwierig wird, jederzeit meine Würde einfordern.

- nehmen die Qualitäten von Liebe, mit denen wir uns begegnen, mehr Raum ein, sind vielfältiger und gelegentlich so wundersam, dass die Zeit mit dir stillsteht.

- habe ich gelernt, wenn Schweres auftaucht, zu warten und Lernen wichtiger zu nehmen als das Glück.

- weiss ich, dass wir beide nur Teile der Wirklichkeit sehen und es nicht lohnt, darüber in Rechthaberei zu verfallen. Stattdessen benutze ich unsere gemeinsam geschaffenen Methoden, um wieder lebendig zu werden.

- kann ich mich auf die Balance zwischen Geben und Nehmen verlassen. Ich komme nicht zu kurz und fühle mich vertrauensvoll und sicher. Auf diesem Hintergrund gebe ich, weil es mir Freude macht.

- betrachte ich unseren Alltag weniger als Mühsal und mehr als Herausforderung, denn wenn er schlimm wird, gehen wir ihn gemeinsam an.

- weiss ich, dass ich wieder Zeiten von Ärger oder gar Verzweiflung mit dir erleben werde, in denen meine Liebe weniger sicher ist und ich alles Gelernte hervorholen muss, um sie wieder in mir aufzufinden. Ihc kann mich aber in diesen Zeiten genauso wie in den schöneren darauf verlassen, dass du das deine ebenfalls beitragen wirdst.

Mit dir habe ich gelernt, dass das Leben immer helle und dunkle Teile haben wird und ich beides annehmen und wieder loslassen muss. Weil du in allem tapfer an meiner Seite bleibst, ist mein Leben einfacher, tiefer und reicher geworden. Danke für alles."

*Aus dem lesenswerten Buch von Birgit Dechmann und Christiane Ryffel: Vom Ende zum Anfang der Liebe. Beltz Taschenbuch. S. 337-338.

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Eine nicht ganz alltägliche Lösung

Eine Frau und ein Mann streiten sich regelmässig, weil sie eine Schranktür im Schlafzimmer offen lässt, während der Mann will, dass die Schranktür geschlossen wird. Der fast täglich sich neu entzündende Streit zerstört die Atmosphäre, nicht nur im Schlafzimmer. Beide fühlen sich vom Partner in einem Anliegen nicht ernst genommen.

Dieses Problem ist alltäglich. Paare streiten oft über die kleinsten Dinge des Alltags. Immer einmal drückt ein Paar seine leise Beschämung darüber aus, dass es über so kleine Dinge streitet wie über Ab- und Aufräumen, Aschenbecher leeren, Rechnungen bezahlen, Zeitungen zusammenfalten, Einfüllen der Abwaschmaschine, Kauf eines kleinen Artikels, Besuch bei XY und ähnlichen Alltagsthemen. Ich kann solche Paare mit dem Hinweis beruhigen, dass sie in bester Gesellschaft sind. Viele Paare streiten um ganz kleine Dinge. Das Leben spielt sich eben im Alltag ab. Und doch: Hinter dem Alltagsthema liegt nicht selten ein anderes Thema verborgen: Eine alte Verletzung klingt an, eine offene Rechnung sollte ausgeglichen werden, ein Machtkampf um Positionen spielt sich ab.

Was kann das Paar beim Konflikt um die Schranktür tun ? Ich nenne ein paar Lösungsversuche, wie sie ein Paar mit Phantasie entwerfen könnte. Einer der folgenden Vorschläge hat bei diesem Paar tatsächlich zur Lösung des Konflikts geführt. Raten Sie mal, welcher ?

1.An den graden Jahreswochen bleibt die Tür offen, an den ungeraden zu.
2. Tagsüber bleibt der Schrank offen, in der Nacht geschlossen.
3. Es kommt ein zweiter Schrank ins Zimmer, bei einem steht die Tür offen, beim andern ist sie zu.
4. Der Zustand des Schrankes gilt - gemäss Abmachung des Paares - als Auftrag zum Saugen der Teppichs. Eine offene Tür bedeutet, dass die Frau saugen muss, eine geschlossene Tür dagegen, dass der Mann dran ist.
5. Der Therapeut sagt dem Paar: Mit der offenen Schranktür signalisiere die Frau ihre Bereitschaft, mit dem Mann zu schlafen.
6. Es gibt eine gemeinsame Schrankkasse, in die der Sieger einzahlen muss, Geld, das für ein gemeinsames Vergnügen bestimmt ist. Bei offen bezahlt die Frau, bei zu bezahlt der Mann.
7. Der Mann montiert nach Absprache einen automatischen Türschliesser .

Welche der sieben Lösungsversuche war erfolgreich ? (Auflösung in der nächsten Newsausgabe)
Welches wäre Ihre Lösung bei so einem Konflikt ?

Auflösung: "Eine nicht ganz alltägliche Lösung"
Richtig ist Nr. 5, damit war das Problem gelöst! - Da staunen Sie, nicht wahr ?

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Stabile und zufriedene Beziehung

Die grosse Zahl von Scheidungen hat den Schritt zum Auseinandergehen von der sozialen Umwelt her gesehen leichter gemacht. Für ein betroffenes Paar stellt eine Scheidung trotzdem meistens einen sehr schmerzlichen Schritt dar, der hohen Stress und oft tiefe Trauer, Wut oder Angst hervorruft. Nicht zuletzt aus dieser Erfahrung heraus hat sich die Forschung (vor allem in den USA) in den letzten Jahren vermehrt mit der Frage beschäftigt, was wohl zu einer stabilen und zufriedenen Partnerschaft beitragen würde. Paare, die ihre Beziehung während mehr als 20 Jahren gut und auch immer wieder glücklich gestaltet haben, brachten folgende Erkenntnisse:

Vertrauen und Respekt auf allen Gebieten der Partnerschaft
gemeinsame Ziele und Werte
starkes Engagement für den Partner / die Partnerin und die Beziehung
die fortwährende Fertigkeit, miteinander den Plausch und das Vergnügen zu haben
viel Zuneigung und auch sexuelle Aktivität
Gegenseitig- und Wechselseitigkeit
Rücksicht und die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen
tiefe Freundschaft

Dieser Befund wurde in 8 Ländern auf 5 Kontinenten erhoben, scheint also universell gültig zu sein.

Was zögern wir, die paar Punkte umzusetzen !

(In eigener freier Übersetzung aus: F.W.Kaslow. Comtemporary Family Therapy. In: Comtemporary Family Therapy Vol.22 Nr.4,2000,S. 373 )

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Ein böses Weib

"Als Sokrates einmal spätabends heimkam und vor verschlossener Haustür stand, überhäufte Xanthippe ihn vom oberen Stockwerk herab mit endlosen Schimpfreden und schüttete ihm schliesslich, nachdem er die Kanonade eine Weile gleichmütig über sich hatte ergehen lassen, noch einen Kübel Spülwasser über den kahlen Schädel. Auch darauf erwiderte Sokrates nichts weiter, sondern sagte nur, während er sich den Kopf abwischte, im Stillen zu sich: "Ich wusste es ja: Nach so einem Donnerschlag musste ein tüchtiger Regenguss kommen."

(Nach K.Bartels in NZZ Nr.126/2001, S. 117)

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Ehekrach und Herzleiden

Ein Beziehungspuff gefährdet die Gesundheit von Frauen mehr als Stress am Arbeitsplatz .

Eine Studie in Schweden hat ergeben, dass das Risiko für Frauen, wiederholt an einem koronaren Herzleiden zu erkranken, 2.9-mal höher ist, wenn sie verheiratet sind oder mit einem Partner zusammenleben und dabei Unstimmigkeiten aufteten.
Stress am Arbeitsplatz hatte dagegen wenig Einfluss auf die Anfälligkeit.

Frauen ohne Partner tragen dieses Risiko nicht - erstaunlicherweise.

Bei Männern ist es anders, wie andere Studien zeigen. Eine Partnerschaft hat für einen Mann eher einen schützenden Effekt.

(So berichtete das "Journal of American Medical Association")

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Ostern

Ich wünsche Ihnen frohe Ostern. Ostern wird von einer Mehrheit von Christen als das Fest des neuen Lebens gefeiert. Eine Partnerschaft lebt davon, dass neues Leben in sie einfliesst. Im wörtlichen Sinn kann es ein Kind sein, das Eltern beglücken oder auch herausfordern kann, neues Leben mit allem, was Leben eben ist.

Eingeladen, neues Leben zu entfachen, sind Mann und Frau in der Partnerschaft. Die meisten heiraten zwar mit der glücklichen Erfahrung, dass Ihnen die Liebe und der Charme der Partnerin und des Partners zufällt, als unverdienbares Geschenk. Daraus den Schluss zu ziehen, dass das Geschenk anhalte, ist voreilig.

Paare wissen heute wieder neu, dass sie jeden Tag etwas für die Beziehung tun sollen, neues Leben für die Partnerin/den Partner, neues Leben für sich selbst. - Nicht immer leicht, aber immer wieder spannend.

Manche erfahren auch, dass ihnen das Leben weiterhin irgendwie von aussen, von oben, von der Tiefe geschenkt wird. Diese Erfahrung heisst Ostern.

Neues Leben auf all diesen Ebenen wünsche ich Ihnen.
Josef Lang

Ostern 2001

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Unterstützung und zufriedene Partner

Alle sind sich einig, dass eine Partnerschaft bessere Chancen hat, wenn ein Paar konstruktiv miteinander reden kann, und wenn es auch Wege kennt, in Konfliktsituationen eine Lösung zu finden.
Weniger bekannt ist dagegen, dass Paare, die sich in persönlichen Schwierigkeiten beistehen, eine Basis zu einer zufriedenstellenden Beziehung erhalten.

Angenommen, ein Mann habe Probleme an seinem Arbeitsplatz. Er erzählt seiner Frau von seinen Sorgen. Wenn die Frau auf seine Nöte eingeht, legt sie automatisch einen Baustein für eine bessere Beziehung. Natürlich gilt dies auch umgekehrt: der Mann, der die Sorgen seiner Frau anhört und sie dabei unterstützt, festigt die Beziehung.

Nicht neu, kann einer sagen.
Doch, sagt ein Forschungsergebnis.


Das Ergebnis kann vor allem jungen Paaren helfen, etwas für ihre Beziehung zu tun. Da Neuverheiratete weniger mit Konflikten konfrontiert werden - die Verliebtheit ist wie ein Schutzschild - wissen sie vielleicht gar nicht, was sie für eine Stärkung der Beziehung tun können. Sie brauchen jetzt kein Kommunikationstraining und auch kein Konfliktlösungstraining - obwohl beides nicht schaden könnte.

Sie haben eine langfristig starke Möglichkeit: Sie können die Partnerin/den Partner bei ihren/seinen Sorgen verstehen und die Suche nach einer Verbesserung unterstützen.
Klingt einfach und so ist es. Damit sorgen sie vor, die (fast) obligatorische Talfahrt der Ehezufriedenheit ab Beginn zu unterbinden.

(Nach einer Untersuchung von Pasch & Bradbury in Los Angeles)

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Jede Ehe ist multikulturell

Interview: Der interkonfessionelle Eheberater Josef Lang hilft Paaren in der Krise

Wer geschieden ist, kann das heutzutage laut sagen. Eheprobleme, die einer Scheidung vorausgehen, behält man aber lieber für sich. Dabei würde eine professionelle Beratung gut tun.
Anouk Holthuizen

Josef Lang ist Psychotherapeut in der Interkonfessionellen Eheberatung in Baden. Zusammen mit dem Mediator und Anwalt Markus Leimbacher (der demnächst seine Stelle an Salome Schmid abtritt) und Beata Surowka hilft er Paaren in der Krise. Im vergangenen Jahr waren es 192 Ehepaare, wovon rund ein Drittel interkonfessionell und interkulturell. Der kulturelle Hintergrund spielt eine grosse Rolle bei den Problemen, sowohl als gesellschaftliches Wertesystem als auch im familiären Kontext. Josef Lang erklärt, warum Kultur ein so grosser Stolperstein ist.

Herr Lang, welche Gründe führen in die Eheberatung?
Josef Lang: Vor allem Kommunikationsprobleme. Die meisten Klienten sagen, dass sie sich im Kreis drehen und ihre Beziehung daran zugrunde geht. Manche Paare sprechen nicht mehr miteinander. Zirka ein Drittel der Probleme sind aussereheliche Affären. Die meisten kommen, wenn es spät oder schon zu spät ist, die Gefühle bereits tot sind. Viele haben Hemmungen, ihre Probleme an eine öffentliche Stelle zu tragen. Je früher man aber kommt, desto effizienter sind die Gespräche. Die Situation ist nicht so festgefahren, es sind noch Gefühle da. Eine Krise bedeutet dann nicht gleich das Ende. Sie kann zu einer neuen Tiefe führen.

Bringen Klienten Lösungsansätze?
Lang: Ja, manche. Ich möchte nicht in Klischees verfallen, aber Männer haben eher die Neigung "Schwamm darüber, wir fangen neu an" zu sagen, und sie ärgern sich, dass ihre Partnerin mit alten Geschichten kommt. Das geht aber nicht so einfach. Verletzungen kann man nicht zudecken, sie müssen heilen.

Wie erklären Sie diese Haltung?
Lang: Ich denke, dass Männer durch Sozialisation und Beruf, der ja oftmals von technischer oder wirtschaftlicher Art ist, mehr eine Sachorientierung entwickeln, wodurch die emotionelle Seite vernachlässigt wird. Beziehungsprobleme kann man aber nicht nur sachlich anpacken.

Die Scheidungsrate wächst. Geben sich Paare zu wenig Mühe?
Lang: Ich erfahre das nicht so, auch nicht in meinem Bekanntenkreis. Durch die Verschiebung gesellschaftlicher Werte haben wir heute mehr Freiheit zu zeigen, was wir fühlen und denken. Die Akzeptanz des Anderen, sei das eine andere Kultur, Interesse oder Person, fällt uns aber immer noch schwer. Klienten klagen, sie haben so wenige gemeinsame Interessen. Es ist natürlich, dass jeder Mensch verschiedene Ambitionen hat. Viele fühlen sich jedoch durch andere Betrachtungsweisen in die Ecke gedrängt und bangen um ihre Position.

Gegensätze ziehen sich also nicht an?
Lang: Gegensätze ziehen sich schon an, aber sie werden nach längerem Zusammensein oftmals zum Problem. Jedes Paar kommt aus zwei Kulturen. Jede Familie hat eigene Wertvorstellungen. Der eine hat gelernt, seine schmutzigen Socken gleich in den Wäschekorb zu tun, der andere lässt sie ein paar Tage herumliegen. Oder unterschiedliche Tischmanieren. Das sind scheinbar unwichtige Dinge, sie können aber Anlass grosser Zwiste sein. Auch Kommunikation findet in jeder Familie anders statt.

Verschiedene Nationalitäten sind dann eine Extra-Ladung Kulturprobleme.
Lang: Bei Mischehen ist das Problem des Kulturunterschieds pointierter. Viele Paare unterschätzen das. Sie beziehen Probleme auf sich, sehen nicht den kulturellen Hintergrund. In Japan zum Beispiel, wo ich mehrere Jahre lebte und arbeitete, spricht man nicht offen über Gefühle. Eine Japanerin, deren Schweizer Mann von ihr verlangt, dass sie offen über ihre Gefühle sprechen soll, muss erlernte Gesprächsregeln übertreten. Ein Marokkaner, der seine Schweizer Frau dominiert, tut dies nicht aus Böswilligkeit, sondern weil die arabische Kultur patriarchalisch ist. Normen der eigenen Kultur kann man nicht einfach fallen lassen. Viele haben Mühe, diese Andersheit zu akzeptieren. Das ist auch schwierig, aber viele "gemischte" Paare sind sich dessen zu wenig bewusst.

Es heisst, Liebe macht blind ...
Lang. Entweder blind oder sehend. Wenn man verliebt ist, ist man auch offener, und so kann man tiefer in den Geliebten hineinsehen. Die grosse emotionale Verbundenheit erleichtert die Akzeptanz bestimmter Dinge. Aber das ändert sich, sobald der Alltag kommt.

Die Chancen für eine multikulturelle Ehe stehen also eher schlecht?
Lang: Nein, auf keinen Fall. Statistisch gesehen ist es sogar so, dass Beziehungen, wo der Mann Schweizer ist und die Frau Ausländerin, länger halten, als wenn zwei Schweizer verheiratet sind. Umgekehrt trennen sich mehr Paare, wo sie Schweizerin ist und er Ausländer.

Wie erklären Sie das?
Lang. Ausländische Frauen - ich beziehe mich auf Frauen aus dem asiatischen Raum - sind im Allgemeinen sehr anpassungsfähig, und wenn sich einer anpasst, kommt es weniger zu Reibungen. Zwischen einer selbstständigen Schweizerin mit einem Mann aus einer patriarchalischen Kultur knallt es viel eher. Aber ich möchte nicht pauschalisieren.

Was raten Sie einem frisch verliebten bikulturellen Paar ?
Lang: Wenn man eine ernsthafte Beziehung will, wäre es am besten, während einiger Zeit im Land des Partners zu verweilen. Man kann eine Kultur nicht aus Büchern kennen lernen. Das Leben in einem andern Land ist auf alle Fälle eine grosse Erweiterung des Horizonts.

Interview In: "Aargauer Zeitung" 5. Januar 2001

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Partnerwahl und Blutgruppe ?

Über den Charakter eines Menschen sagt die Blutgruppe nichts aus. Wie man hört, wählen einige japanische Frauen einen Ehemann nach seiner Blutgruppe. Dazu witzelt die AZ mit folgenden Versen:


Was brausest du, mein junges Blut ?
Das ist der Liebsten schnuppe.
Die Obgenannte nämlich tut
sich schwer mit meiner Gruppe.


Von Männer mit der Gruppe A
entfernt sie sich in Eile.
In deren Nähe gähne ja
die blanke Langeweile.


So sagt die wählerische Fee.
Auch sind ihr nicht geheuer
die Männer von der Gruppe B:
da finde sich kein Treuer.


Und mit den 0-gruppierten Herrn
sei wenig zu bewegen.
Die Nullen-Mannen ächzten gern
und liessen oft sich pflegen.


Verbleiben noch die mit AB
dotierten Musterknaben.
Nur sind sie nicht, o jerum je,
für jede Frau zu haben.


So klappt die Gattenwahl nicht gut.
Im Nachschub gibt es Pausen.
Und manches "falsch gruppierte" Blut
hört kläglich auf zu brausen.

Nach AZ vom 1.Nov.2000

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Tiere verhelfen zu glücklichen Partnerschaften und Ehen

Tiere verhelfen zu glücklichen Partnerschaften und Ehen

Neuere Forschungsergebnisse der University of New York zeigen, dass sich Katzen und Hunde positiv auf die Beziehungen zwischen Verheirateten auswirken. Im Gegensatz zu tierlosen Paaren sind Paare mit Tieren glücklicher und haben eine engere Beziehung zueinander.

Karen Allen, die die Untersuchung durchgeführt hat, kann die Gründe auch nicht sicher angeben. Klar ist, dass Tiere den Stress reduzieren. Vierbeiner senken damit den Blutdruck.

Klar belegt die Studie auch, dass die Intensität der Beziehung mit der Intensität der Bindung zum Tier variiert.

Interessant ist die Beobachtung, dass Ehepartner in Anwesenheit ihres Tieres schwierige Aufgaben ruhiger und konzentrierter lösen als in Anwesenheit ihres Partners.

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Das Handy und die Paarbeziehung

Das Handy dient ohne Zweifel der Freundschaft. IMG ("ICH MAG DICH")- Botschaften werden getauscht. Sie rufen einen in Erinnerung und bereiten Freude. Allerdings nicht allen Personen. Die Angesprochene oder der Angesprochene ist nicht immer der eigene Partner zu Hause oder auf Reisen. Manchmal sind es eben andere. In Beratungen wird dieses Tatsache immer häufiger zu einem Thema: "Du hast sie/ihn hinter meinem Rücken angerufen. Dabei hast du mir versprochen, dies zu unterlassen." "Wie willst du das wissen ?" "Die Nummer war auf dem Speicher." Der "Sünder" (die Sünderin") sagt jetzt die Wahrheit und ringt manchmal um Verständnis, manchmal sucht er/sie eine Ausflucht. Jedenfalls wird er/sie kein zweites Mal vergessen, den Speicher rechtzeitig zu löschen, wenn herumgeschnüffelt wird.
Doch auch ein gelöschter Speicher kann den Argwohn erregen. "Du musst mir nichts erzählen, du weisst genau, warum du den Speicher mit den angerufenen Nummern gelöscht hast." Wieder wird es schwierig. So oder so, das Handy kann zu einer Falle werden.
Es scheint nur die Wahl zu geben zwischen Treue, keinem Handy, einer offenen Beziehung oder guten Konfliktlösefähigkeiten. - Es wäre spannend zu hören, welche weiteren Erfahrungen dazu zu berichten sind. Schreiben Sie uns Ihre Erfahrug.

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